Nachruf auf Frauke Wittersheim

Am 27. April 2026 ist Frauke Wittersheim verstorben. Wir trauern um einen besonderen Menschen, der dem Deutschen Schallplattenmuseum eng verbunden war und sich mit großem Engagement für dessen Förderung eingesetzt hat.

Von Norbert Bruhn am
Frauke und Hein Wittersheim Foto: Frank Afflerbach
Frauke und Hein Wittersheim Foto: Frank Afflerbach

Am 27. April 2026 ist Frauke Wittersheim verstorben. Zurück bleiben viele Erinnerungen an einen besonderen Menschen, verbunden mit großer Dankbarkeit.

Dem Deutschen Schallplattenmuseum war Frauke Wittersheim eng verbunden. Die Bewahrung der Nortorfer Musikgeschichte war ihr eine Herzensangelegenheit. Mit großem persönlichen Einsatz hat sie unser Museum begleitet und unterstützt.

Nach dem Tod ihres Mannes Heinrich setzte sie ein bemerkenswertes Zeichen: Statt persönlicher Zuwendungen bat sie um Spenden für das Museum. Dank dieser großzügigen Geste konnte vor rund fünf Jahren die Restaurierung der historischen TELDEC-Uhr realisiert werden. Diese Uhr, einst am Verwaltungsgebäude der TELDEC angebracht und schon damals ein Wahrzeichen, prägt heute wieder sichtbar das Deutsche Schallplattenmuseum und steht sinnbildlich für die Geschichte des Ortes. Es erfüllte Frauke mit großer Freude, dass auf diese Weise ein bleibendes Andenken auch an ihren Heinrich geschaffen wurde.

Der Schützenhof

Frauke Wittersheim war nicht nur Förderin und Mitglied in unserem Museumsverein, sondern auch Teil der lebendigen Geschichte Nortorfs. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie viele Jahre lang den legendären Schützenhof, einen Ort, an dem sich das kulturelle Leben der Region bündelte. Das Hotel-Restaurant mit Saal und Bühne zog Musikliebhaber aus nah und fern an. Hier begegneten sich Künstler wie Freddy, Ivo Robic, Herbert Rehbein, Billy Mo oder Jürgen Drews, der dort noch mit Genehmigung seiner Eltern sein erstes Konzert geben durfte, sowie Gäste und Freunde. Hier wurde gegessen, gefeiert und getanzt.

Zahlreiche bekannte Künstler gaben dort Konzerte und gingen im Schützenhof ein und aus. Viele von ihnen waren nicht nur Gäste, sondern mit Frauke und Hein persönlich verbunden. Frauke und ihr Mann pflegten enge Kontakte zu Künstlern jener Zeit, etwa zu Bert Kaempfert und seiner Frau. Da beide Familien am Brahmsee ein Haus hatten, ergaben sich immer wieder private Begegnungen jenseits der Bühne. Diese Nähe machte den Schützenhof zu einem besonderen Ort, der nicht nur von Musik, sondern auch von echten Beziehungen geprägt war. Viele dieser Künstler standen zugleich in enger Verbindung zur TELDEC, wodurch sich im Schützenhof auf besondere Weise die musikalische Welt mit der Geschichte der Nortorfer Schallplattenproduktion verband. Frauke bewahrte diese Erinnerungen in ihren sorgfältig geführten Autogrammalben. Mit leuchtenden Augen erzählte sie von den Menschen, den Begegnungen und der einzigartigen Atmosphäre eines Hauses, das weit über Nortorf hinausstrahlte.

Wer Frauke begegnete, erlebte eine lebensfrohe, natürliche Dame, die Menschen mit einer Selbstverständlichkeit und Offenheit empfing, die sofort Nähe schuf. Noch vor wenigen Monaten durften wir sie in ihrem Haus am Brahmsee besuchen. Wie so oft wurden wir herzlich aufgenommen, ganz unkompliziert und zugewandt. Es sind genau diese Begegnungen, die bleiben.

Mit Frauke Wittersheim verlieren wir eine Frau, die Geschichte nicht nur erlebt, sondern mitgestaltet hat – mit Herz, Haltung und einem feinen Gespür für das, was bleibt.

Ihr Andenken wird im Deutschen Schallplattenmuseum und weit darüber hinaus lebendig bleiben.

In dankbarer Erinnerung
Das Team des Deutschen Schallplattenmuseums